Rezension: Schaub. Arbeitsrechts-Handbuch

Der „Schaub” bleibt sich treu. Nach zwei Jahren ist unlängst die nunmehr 17. Auflage des bekannten „Arbeitsrechts-Handbuchs“ erschienen, das – so weit kann man sicher gehen – seit vielen Jahren zu den absoluten Standardnachschlagewerken für jeden Arbeitsrechtler in Deutschland zählt. Und sollten jemals Zweifel an der Notwendigkeit bestanden haben, ein derart umfassendes Gesamtnachschlagewerk im Zweijahresrhythmus zu überarbeiten und neu erscheinen zu lassen, hat dieses Mal der Gesetzgeber der Wahlperiode des 18. Deutschen Bundestages einen Jeden eines Besseren belehrt. Die Einführung des § 611 a BGB, die weitreichenden Änderungen des Rechts zur Arbeitnehmerüberlassung, die sog. „Flexi-Rente“ bis hin zum Entgelttransparenzgesetz, um nur einige wesentliche Neuerungen zu nennen, sind in der Neuauflage – letzteres jedenfalls im Entwurfsstadium – berücksichtigt und in gewohnter Weise hervorragend verarbeitet.

Schaub
Arbeitsrechts-Handbuch
2017, LXXXV, 3057 S., C.H.BECK, ISBN 978-3-406-70289-1,
Preis 129,00 € inkl. MwSt.

Die gewohnte Weise macht auch eine Rezension fast schon ein wenig müßig. Allein der Umstand, dass seit Jahren jede Vorauflage des Schaubs Gegenstand einer Rezension in der NZA gewesen ist, sagt fast schon alles über Inhalt und Stellenwert des Werks. Das bedeutet aber auch, dass in der Sache an dieser Stelle fast schon alles gesagt worden ist. Zwei Dinge sollen gleichwohl herausgestellt werden: Es bleibt vor allem die systematische Darstellung der einzelnen Themenkomplexe und der traditionelle Fokus auf die Rechtsprechung des BAG, die den Schaub für jeden Praktiker seit vielen Jahren als Ergänzung zur klassischen Kommentarliteratur unverzichtbar machen. Dazu kommt die – ebenfalls traditionelle – Mischung aus Prägnanz und inhaltlichem Tiefgang, stets mit dem Blick für die wesentlichen Details. Ein Beispiel: Bei den Ausführungen zum Arbeitnehmerbegriff, die seit Jahren alle wesentlichen Aspekte einschließlich der wissenschaft1520lichen Debatten über die maßgeblichen materiellen und prozessualen Fragestellungen bis hin zu einer praktischen Fallübersicht auf lediglich 20 Seiten systematisch beleuchten und hierbei ihres Gleichen suchen, gelingt es nicht nur, die Darstellungen an den neuen § 611 a BGB anzupassen, sondern ebenfalls die neuere Rechtsprechung zu erheblichen Detailfragen zu verarbeiten, die woanders auch gerne einmal übersehen werden. So war es auch keine große Überraschung, dass bspw. die neuere BAG-Rechtsprechung (BAG, NZA 2016, 1453) zu Zurechnungsaspekten, d. h. wann eine enteilende Vertragspraxis zu einem Scheindienst- oder -werkvertrag führen kann, in der Neuauflage fast schon selbstverständlich verarbeitet ist – ein Aspekt übrigens, der weder in der Literatur noch in der Instanzrechtsprechung bislang große Verbreitung genießt.

Kurzum, der Schaub bleibt sich also auch inhaltlich treu: Systematische Gesamtdarstellungen, praxisorientierter Rechtsprechungsfokus, inhaltliche Prägnanz und Tiefgang sowie der Blick für die wesentlichen Details. Alles Attribute, die den Schaub gerade in schnelllebigen Zeiten von Legal Tech und „Stichwortsuchen“ zu einem unverzichtbaren Begleiter eines jeden Arbeitsrechtlers in Deutschland machen.

Die Rezension wurde der NZA – Neue Zeitschrift für Arbeitsrecht 2017, Heft 23, entnommen.

Die NZA erhalten Sie auf beck-shop.de.

NZA • Neue Zeitschrift für Arbeitsrecht
2018, C.H.BECK, ISSN 0943-7525,
Preis 299,00 € inkl. MwSt.

Autor: Dr. Daniel Klösel

Rechtsanwalt Dr. Daniel Klösel, Frankfurt a. M.