Rezension: Schäfer/Sethe/Lang. Handbuch der Vermögensverwaltung

Vier Jahre nach Erscheinen der 1. Auflage hat das gleiche Herausgeberteam die 2. Auflage des Handbuchs der Vermögensverwaltung vorgelegt. Das Buch hat sich im Umfang fast verdoppelt von 559 auf 1078 Seiten – ein beredtes Zeugnis einer steten Verrechtlichung der Materie. Der Verfasser dieser Besprechung hat bereits in der Besprechung zur Erstauflage darauf hingewiesen, dass mit dem Handbuch im Rahmen eines Querschnitts alle rechtlich relevanten mit der Vermögensverwaltung zusammenhängende Rechtsgebiete dargestellt werden. Dies gilt in der 2. Auflage in seinem stark gewachsenen Umfang umso mehr.

Schäfer / Sethe / Lang
Handbuch der Vermögensverwaltung
2016, LXV, 1078 S., C.H.BECK, ISBN 978-3-406-66994-1,
Preis 229,00 € inkl. MwSt.

Die Gliederung des Werks im Vergleich zur Vorauflage wurde etwas geändert. Das Werk stellt nun die Rechtsordnungen in Deutschland, der Schweiz und in Österreich (und kürzer auch das Recht in Liechtenstein) nach einem ähnlichen Gliederungsschema dar, was den Vergleich sehr erleichtert. Allerdings werden anders als in der 1. Auflage die juristischen Themen der Vermögensverwaltung in den USA, Luxemburg und im Vereinigten Königreich nicht mehr länger behandelt – umso umfangreicher fällt nun jedoch der Blick auf die Situation in den anderen deutschsprachigen Ländern aus. Den Herausgebern ist es gelungen, in den Auslandsteilen sehr gute Praktiker für das Werk zu gewinnen, beispielsweise sei nur auf die Bearbeitung der Anwälte Graf/Schmucki/Caminada zu den steuerlichen Begebenheiten in der Schweiz bzw. auf Kirchmayr/Varro hinsichtlich der steuerlichen Aspekte der Vermögensverwaltung in Österreich verwiesen.

Im Hauptteil, dem Querschnitt durch die Probleme der Vermögensverwaltung im deutschen Recht, ergaben sich gesetzliche Änderungen insbesondere im Zuge der Umsetzung der MiFID II-Richtlinie sowie der Umsetzung der Marktmissbrauchsverordung in nationales Recht; Gleiches gilt für die Umsetzung der Einlagensicherungsrichtlinie und schließlich auch für nationale Umsetzungen der US-FATCA-Gesetzgebung. Auch wurden die neuen Bestimmungen zum automatischen Informationsaustausch zwischen den Finanzbehörden verschiedener Staaten in gut lesbarer Form (Fischer/Rieck) mitaufgenommen. Bedauerlich ist, dass das im Bereich der Verwaltung großer Vermögen durchaus relevante Thema der Stimmrechtsmitteilungen aus der Neuauflage herausgenommen wurde. Für den Laien mag zum Teil auch etwas verwirrend sein, dass bestimmte in der Praxis verwendete Begriffe wie beispielsweise die bereits zitierte US-FATCA-Gesetzgebung nicht, auch nicht kurz, geschlossen dargestellt werden; auch im Stichwortverzeichnis sucht man vergeblich nach diesem Begriff. Inhaltlich haben sich Fischer/Rieck indes beispielsweise im Rahmen von § 22 Rn. 99 mit der letztlich auf FATCA zurückgehenden Änderung der deutschen Abgabenordnung befasst.

Diese geringfügige Kritik schadet der uneingeschränkten Empfehlung des Buches aber in keiner Weise. Das Buch bietet eine hervorragende systematische Darstellung aller relevanten Gebiete der Vermögensverwaltung. Das Herzstück des Buches und sein größter Gebrauchsnutzen liegt – abgesehen von den vorzüglichen Auslandsteilen – sicherlich in den Kapiteln zur ordnungsgemäßen Vermögensverwaltung, den Ausführungen zum Vermögensverwaltervertrag, den Pflichten des Vermögensverwalters im Rahmen der Dokumentation, den Mitteilungs- bzw. Rechnungslegungspflichten etc. Besonders hervorzuheben ist auch der hervorragende Abriss über die Verpflichtungen aus dem Geldwäschegesetz von Sethe.

Das Buch wird, daran hat der Verfasser dieser Besprechung keinen Zweifel, seinen Platz auf dem Tisch aller mit der Materie befassten Rechtsanwälte, Family Offices, Vermögensverwalter etc finden. Den Herausgebern und Autoren sei für die gründliche Aktualisierung sehr gedankt.

Die Rezension wurde der NJW – Neue Juristische Wochenschrift 2017, Heft 45, entnommen.

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NJW • Neue Juristische Wochenschrift
2018, C.H.BECK, ISSN 0341-1915,
Preis 139,00 € inkl. MwSt.

Autor: Prof. Dr. Stephan Scherer

Fachanwalt für Steuerrecht und Fachanwalt für Erbrecht Professor Dr. Stephan Scherer, Mannheim