Rezension: Brosch. Elektronischer Rechtsverkehr mit dem beA

Ein großer IT-Fachverlag bringt bereits seit Jahren die beliebte Reihe „The Missing Manual“ (in etwa „das fehlende Handbuch“) heraus. Es richtet sich an Menschen, die eine Software- oder Hardwarelösung beschaffen und denen die meist kargen oder nur online verfügbaren Erläuterungen des Herstellers nicht ausreichen. Diese Handbuchersatzlösungen zeichnen sich durch vertiefte Darstellung der Nutzungsmöglichkeiten, aber auch durch teilweise extensive Hintergrunderläuterungen aus. Das Werk von Brosch/Lummel/Sandkühler und Freiheit (Luchterhand) würde sich in diese Reihe perfekt eingliedern. Das so genannte besondere elektronische Anwaltspostfach (beA), aber auch der elektronische Rechtsverkehr (ERV) im Allgemeinen werden sowohl (rechts)historisch, technisch als auch juristisch ausführlichst beleuchtet.

Brosch / Lummel / Sandkühler / Freiheit
Elektronischer Rechtsverkehr mit dem beA
2017, 196 S., Luchterhand, ISBN 978-3-472-08970-4,
Preis 34,00 € inkl. MwSt.

Nach einer kurzen, aber umfassenden Darstellung der gesetzlichen Grundlagen des ERV (Teil B) wird die Rechtslage „nach dem ERV-Gesetz und dessen Änderungen und Ergänzungen“ (Teil C) dargestellt. Insbesondere die dort erörterten Fragen nach „Empfangsbereitschaft und Nutzungspflicht des beA“, aber auch der „Überblick über mögliche Fehler und Haftungsrisiken“ dürften hierbei von besonderem Interesse sein. Für den tieferen technischen Ein- und Durchblick sorgt Teil D, in welchem ausführlich die Infrastruktur des ERV dargestellt wird.

In Teil E findet sich sodann der Schwerpunkt des Buches, die ausführliche Darstellung des beA selbst. Umfassend werden neben Darstellungen von Entwicklung des Projekts und Aufbau und Sicherheit des Kommunikationssystems die Erstregistrierung, Mitarbeiter- und Berechtigungsverwaltung sowie Kommunikationsfunktionalitäten erläutert. Ergänzend – und den Manual-Charakter vervollständigend – finden sich wertvolle praktische Anleitungen in Teil F.

Das fast 200 Seiten umfassende Buch zeichnet sich durch gute Lesbarkeit aus. Die Darstellung erfolgt kenntnis- und detailreich (was angesichts der Tatsache, dass die Autorinnen und Autoren teilweise schon seit Jahrzehnten mit der Materie befasst sind, nicht verwundert), bleibt aber auch für technische Laien stets verständlich. Für jeden (angehenden) Nutzer des beA ist es in jeder Hinsicht eine lohnende Anschaffung.

Weitere Inhalte: LeseprobeInhaltsverzeichnis

 

Die Rezension wurde der NJW – Neue Juristische Wochenschrift 2017, Heft 28, entnommen.

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NJW • Neue Juristische Wochenschrift
2017, C.H.BECK, ISSN 0341-1915,
Preis 135,00 € inkl. MwSt.

Autor: Professor Dr. Jan Dirk Roggenkamp

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Aktuelle bzw. zuletzt ausgeübte Tätigkeit

Professor an der Polizeiakademie Niedersachsen
Lehre im Öffentlichen Recht (insb. Eingriffsrecht) sowohl im Bachelor- als auch im Masterstudiengang

 

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