Rezension: Recruting to go für Sozial- und Pflegeeinrichtungen

Der wunderbar praxisnahen und mit unzähligen Beispielen, Bildern und Interviews angereicherten Neuerscheinung Recruting to go für Sozial- und Pflegeeinrichtungen von Maja Roedenbeck Schäfer verdanke ich gleich zwei neue Mitarbeiterinnen im äußerst angespannten Markt der Kinderbetreuung. Ihren Anregungen im Kapitel „Zeitgemäße Stellenanzeigen“ folgend fand die entsprechend gestaltete Anzeige große Beachtung und brachte wesentlich mehr Bewerbungen ein als erwartet. Aber nicht nur dieses Kapitel ist eine wunderbare Fundgrube an Ideen für modernes Personalrecruiting.

Roedenbeck Schäfer
Recruiting to go für Sozial- und Pflegeeinrichtungen
2017, 144 S., Walhalla Fachverlag, ISBN 978-3-8029-7563-9,
Preis 19,95 € inkl. MwSt.

Der Inhalt

So gibt das erste Kapitel Tipps im Umgang mit Bewerbern und spricht auch so heikle Themen wie das Abwerben von Mitarbeitern an. Es hält dazu an, Bewerberbedürfnisse zu hinterfragen und zu verstehen und diese dann in der Stellenanzeige abzubilden, um inhaltsleere, stereotype Anzeigen zu vermeiden. Im zweiten Kapitel stellt die Autorin verschiedene digitale Werkzeuge vor, die entweder Unternehmen bereits erfolgreich für die Personalgewinnung nutzen oder die in Zukunft an Bedeutung gewinnen können. Erläutert werden hier u.a. „Bewerben ohne Bewerben“ oder die neue Möglichkeit der „One Click“-Bewerbung von unterwegs per Smartphone oder Tablet. Hintergrund ist, die Bewerbungshürden so niedrig wie möglich zu halten und es Bewerbern zu ermöglichen, ihren ersten Bewerbungsimpuls sofort umzusetzen. Im Mittelpunkt von Kapitel drei steht u.a. das Empfehlungsmarketing. Warum sollten Mitarbeiter nur ihre Lieblingsschuhe, -bücher und -ferienorte liken und nicht auch ihren Arbeitgeber? So bietet z.B. das Arbeitgeberbewertungsportal kununu.com nach eigenen Angaben rund 1,3 Bewertung zu über 280.000 Unternehmen – Tendenz steigend. Und worauf man als Unternehmen dabei achten sollte, verrät die Autorin auch gleich mit. Als Ausgangsbasis für erfolgreiches Personalrecruiting-Instrument wird in Kapitel 4 die eigene Webseite, insbesondere die Karrierewebseite, genannt. Mittlerweile reiche es nicht mehr aus, die aktuellen Stellenausschreibungen auf der Unternehmensseite anzuzeigen. Vielmehr erwarten heutige Nutzer ein eigenes Onlineangebot oder einen Blog rund um die Themen Bewerbung und Karriere. Vorschläge, welche Inhalte dort geboten werden sollten, unterbreitet Roedenbeck Schäfer am Ende des Kapitels. Das 5. Kapitel wartet – wie bereits erwähnt – mit vielen Tipps und Tricks zur Gestaltung zeitgemäßer Stellenenzeigen auf: beginnend bei der Auswahl aufmerksamkeitsstarker Bilder, über den Einleitungstext bis hin zum Happy End. In Kapitel sechs setzt sich die Autorin kritisch mit dem Personalmarketing in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Co. auseinander und empfiehlt, insbesondere wenn gezielt junge Leute angesprochen werden sollen, eher „moderne“ Social Media Instrumente wie Snapchat oder Instagram. Schwerpunkte von Kapitel 7 sind die aktive Kandidatensuche und Direktansprache von Bewerbern im Internet. Positiv sind hier – wie auch in den vorangegangenen Kapiteln – die vielfältigen Formulierungsvorschläge. Im 8. Kapitel spricht die Autorin Unternehmensvideos als must-have jeder Recruiting-Kampagne an. Als Video-Formate bieten sich hier z.B. Berufefilme, 360-Grad-Videos oder Mitarbeiterinterviews an. Diese müssten nicht aufwändig und für viel Geld produziert werden. Viel wichtiger sei es, transparent und nahbar auf Bewerber zuzugehen. Im letzten Kapitel präsentiert Roedenbeck Schäfer eine to-do-Liste für ein zeitgemäßes Recruiting. Hier stellt sie die Schritte, die Unternehmen gehen sollten, zusammen und gibt einen Ausblick in das Recruiting von Morgen.

Fazit

Dass die Autorin über langjährige Erfahrungen im Bereich Personalgewinnung verfügt, merkt man jeder Seite ihres Buches an. Ihre vielen Anregungen helfen, eigene Ideen umzusetzen. Sie macht Mut auch ungewohnte Wege zu beschreiten und zeigt auf, welche Bausteine einfach unerlässlich sind. Ein wertvoller Ideengeber für jeden Personalverantwortlichen im Bereich Sozial- und Pflegeeinrichtungen. Prädikat sehr empfehlenswert!