Rezension: Hentschel. Straßenverkehrsrecht

Es ist nun bereits die dritte Auflage des Standardwerks zum Straßenverkehrsrecht (Verlag C.H.BECK), die seit dem Tod von Hentschel im Jahr 2009 allein durch Peter König (Richter am BGH) und Peter Dauer (LL.M., Leitender Regierungsdirektor in der Behörde für Inneres in Hamburg) bearbeitet wurde. Die Bearbeitung in der 42. Auflage war vor allem notwendig geworden, da seit der 41. Auflage alle in dem Werk kommentierten straßenverkehrsrechtlichen Verordnungen neu erlassen wurden. Im Hinblick auf die Gesetzgebung befindet sich das Werk nun auf dem Stand vom 1.4.2013, damit wurde auch die Verordnung der Neufassung der StVO vom 6.3.2013 (BGBl. I 2013, 367) berücksichtigt.

Hentschel / König / Dauer
Straßenverkehrsrecht
2013, XXI, 1901 S., C.H.BECK, ISBN 978-3-406-64372-9,
Preis inkl. MwSt.

Neben den berücksichtigten Rechtsänderungen werden auch aktuelle Rechtsprechung und Literatur eingearbeitet. Dabei weisen die Bearbeiter darauf hin, dass Redaktionsschluss zwar bereits Mitte November 2012 gewesen sei, jedoch auch nach diesem Zeitpunkt ergangene Urteile und veröffentlichte Schriften im Rahmen der Drucklegung teilweise noch Berücksichtigung gefunden haben.

Nach einer ersten Durchsicht muss man konstatieren, dass das Werk in bewährter Weise auf den aktuellen Stand gebracht wurde. Die wichtigsten Entscheidungen des BGH und der Obergerichte aus dem vergangenen Jahr wurden in allen Bereichen berücksichtigt. So findet sich etwa bei der Kommentierung von § 7 StVG (Rn. 13 a. E.) die aktuelle Rechtsprechung des BGH (NJW 2012, 1951) zum Begriff des Betriebs bei rechtswidrig provozierter Verfolgung. Bei den Ausführungen zu § 315 c StGB (Rn. 31) findet sich der Hinweis, dass der BGH genauere Angaben zu den Geschwindigkeiten der Pkws im Zeitpunkt der Kollision und der Intensität des Aufpralls zwischen den beteiligten Fahrzeugen verlangt, um eine Leibes- und Lebensgefahr feststellen zu können. Auch im Bereich des Sachschadens, der weiterhin bei § 12 StVG kommentiert wird, ist die Rechtsprechung des BGH aus dem Jahr 2012 berücksichtigt. So wird dort beispielsweise (Rn. 50) auf die lange streitige und im Jahr 2012 vom BGH (NZV 2012, 217) entschiedene Frage, der Quotierung von Sachverständigenkosten entsprechend der Haftungsquote verwiesen. Die Fahrerlaubnisverordnung wird nach wie vor detailliert von Dauer kommentiert. Hier ragen insbesondere seine Ausführungen zum Führerscheintourismus im Rahmen der Kommentierung des § 28 FeV heraus.

Sicherlich sind die obigen Ausführungen nur ein kleiner Hinweis auf das, was die 42. Auflage bietet. Zusammenfassend kann man konstatieren, dass der „Hentschel/König/Dauer“ auch in der Neuauflage ein etabliertes und hochgeschätztes Standardwerk für jeden bleibt, der mit dem Verkehrsrecht zu tun hat.

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Die Rezension wurde der NJW – Neue Juristische Wochenschrift 2014, Heft 4, entnommen.

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NJW • Neue Juristische Wochenschrift
2017, C.H.BECK, ISSN 0341-1915,
Preis 135,00 € inkl. MwSt.

Autor: Dr. Michael Burmann

Burmann

Rechtsanwalt Dr. Michael Burmann ist Partner der Sozietät Dr. Eick & Partner. Er ist Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Versicherungsrecht sowie Mediator. Seine Arbeitsgebiete sind Versicherungs-, Medizin- und Verkehrsrecht.

 

E-Mail: Michael.buhrmann@dr-eick.de

 

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